HoverAir Versa, eine Kamera, die sich mit einem 'Flight Kit' in eine Drohne verwandelt, darf in den USA nicht mehr verkauft werden – nur drei Tage nach dem Start auf Indiegogo. Die FCC hat die Zulassung zurückgezogen und das Gerät als verbotene Drohnenkomponente eingestuft. Das zeigt, wie schnell Regulierer derzeit Schlupflöcher im wachsenden Vorgehen gegen Drohnen schließen.
Was ist passiert
Die HoverAir Versa startete auf Indiegogo und nahm laut The Verge innerhalb von drei Tagen keine US-Bestellungen mehr an. Die FCC hatte den Kamerateil am 9. August 2026 zugelassen, doch dieser Eintrag ist inzwischen aus der öffentlichen Datenbank der Behörde verschwunden. Gegenüber PCMags Jim Fisher erklärte die FCC in einer von The Verge zitierten, ursprünglich vertraulichen Stellungnahme, dass 'der Import, das Marketing oder der Verkauf dieses Geräts in den Vereinigten Staaten gegen US-Recht verstößt'. Die Zulassung sei 'irrtümlich erteilt und inzwischen aufgehoben worden'. Hersteller Zero Zero Robotics aus China hatte argumentiert, die Kamera dürfe nicht blockiert werden, da sie nicht auf der kameraspezifischen Covered List stehe. Die FCC widersprach: Alle Unternehmen seien automatisch für Drohnen und Drohnenkomponenten erfasst, wozu auch Kameras zählten. Ein Indiegogo-Unterstützer schrieb, seine Bestellung zeige, 'dass sie nicht an meine Adresse liefern können'. Die FCC prüft zudem 'weitere Maßnahmen gegen HoverAir wegen offenbar vorsätzlicher Verstöße' gegen ihre Covered-List-Regeln.
Wie es dazu kam
Die Covered List der FCC verbietet Import und Verkauf von Drohnen und Drohnenteilen bestimmter ausländischer Hersteller – Teil einer breiteren US-Kampagne gegen chinesische Drohnenhersteller, darunter DJI. HoverAir versuchte, das Verbot zu umgehen, indem eine Kamera verkauft wurde, die erst mit dem optionalen Flight Kit zur Drohne wird, da die Kamera allein nicht auf der kameraspezifischen Liste stand. Die FCC lehnte diese Unterscheidung ab und stufte Kameras als kritische Drohnenkomponente ein, sobald sie mit Flughardware kombiniert werden. HoverAir hatte bereits zuvor Probleme mit Zulassungen: Die wasserdichte HoverAir Aqua scheiterte im Dezember 2025 an der Zulassung, und das Unternehmen zögerte monatelang, die Gründe offenzulegen.
Warum das für dich relevant ist
US-Unterstützer, die bereits für das Flight Kit bezahlt haben, benötigen möglicherweise Rückerstattungen – und HoverAirs schleppender Umgang mit dem Aqua-Fall lässt Zweifel daran aufkommen, wie schnell das geschehen wird. Für Drohnen- und Kamerahersteller schließt das Urteil eine Lücke bei modularer Hardware: Jedes Zubehör, das Flugfähigkeit hinzufügt, unterliegt nun denselben Beschränkungen wie eine fertige Drohne. Das reicht über Drohnen hinaus. Da Kameramodule, Sensoren und Wearables zunehmend Funktionen kombinieren, etwa bei AR- und Smart-Glasses, könnten Regulierer dieselbe Logik auch auf andere modulare Geräte im US-Markt anwenden.
Die größere Frage
Wenn Hardware zunehmend modular wird und Kameras, Drohnen und Wearables austauschbare Bauteile teilen – wo sollten Regulierer die Grenze zwischen einem verbotenen Gerät und einem legalen Produkt aus verbotenen Komponenten ziehen?
Was als Nächstes zu beobachten ist
The Verge aktualisierte seinen Bericht am 24. August 2026 mit der vertraulichen Stellungnahme der FCC. HoverAir hat sich bislang nicht zum Zeitplan für Rückerstattungen geäußert, und die FCC prüft weiterhin zusätzliche Maßnahmen gegen das Unternehmen. Unterstützer und Entwickler, die die Folgen des DJI-Verbots verfolgen, sollten beobachten, ob die FCC ein formelles Urteil erlässt oder ihr Vorgehen auf weitere modulare Kamera-Drohnen-Produkte ausweitet.



