Lenovo hat bestätigt, dass ein fehlerhaftes BIOS-Update einige Legion Go Handheld-Gaming-PCs unbrauchbar gemacht hat. Das Unternehmen empfiehlt nun einen manuellen Neustart oder einen Anruf beim Kundendienst. Wer ein Handheld-Gaming-Gerät besitzt oder den Kauf eines solchen erwägt, sollte wissen, wie Hersteller mit Softwarefehlern umgehen, die Hardware zerstören können.
Was tatsächlich passiert ist
Lenovo teilte The Verge mit, dass einige Legion Go Geräte "während der Installation der BIOS-Version V42 einen schwarzen Bildschirm zeigen können". Kommunikationsdirektor Jeff Witt erklärte, das Update sei "nicht über Windows Update oder Legion Space verteilt worden" und wurde von Lenovos Support-Seite entfernt. Lenovo rät, den Power-Knopf etwa 10 Sekunden gedrückt zu halten, eine Minute zu warten und dann neu zu starten. Schlägt das fehl, solle man den Kundendienst kontaktieren. Betroffen war nur das originale Legion Go 8APU1, nicht die Legion Go S oder Legion Go 2. Ein Forennutzer namens "Daniel_Legion", der als Lenovo-Mitarbeiter beschrieben wird, schrieb, Reparaturen "sollten kostenlos durchgeführt werden", sowohl innerhalb der Garantie als auch außerhalb – "aber bitte lokale Gesetze prüfen". Ein europäisches Testteam konnte den Fehler bei drei von drei getesteten Geräten reproduzieren.
Wie es dazu kam
Berichte über unbrauchbar gewordene Legion Go Geräte tauchten Anfang August 2026 auf, als Lenovo BIOS V42 nach Nutzerbeschwerden zurückzog. Ein Reddit-Nutzer postete laut The Verge eine Reparaturrechnung von fast 300 US-Dollar. Lenovo schwieg drei Wochen lang, bevor es am 24. August 2026 eine Stellungnahme veröffentlichte. Die Zurückhaltung des Unternehmens steht im Kontrast zu Framework, einem Startup für modulare Computer, das kostenlose Reparaturen für Geräte versprach, die durch ein eigenes fehlerhaftes BIOS-Update lahmgelegt wurden. Verge-Redakteur Sean Hollister installierte V42 auf seinem eigenen Gerät und berichtete, es habe nach einer nervenaufreibenden sechsminütigen Boot-Sequenz funktioniert – ein Hinweis darauf, dass der Fehler nicht bei allen Geräten auftrat.
Warum das für dich wichtig ist
Für Besitzer eines Legion Go 8APU1 ist der Rat einfach: BIOS V42 nicht installieren, falls noch nicht geschehen. Ist das Gerät bereits unbrauchbar, sollte zunächst der Reset über den Power-Knopf versucht werden, bevor man den Support kontaktiert. Die Garantiefrage bleibt ungeklärt, da Lenovo die Forenkommentare zu kostenlosen Reparaturen außerhalb der Garantie bisher nicht bestätigt hat. Für Hersteller zeigt der Vorfall, wie hoch die Messlatte für BIOS-Tests vor einer Veröffentlichung liegen sollte. Handheld-Gaming-PCs stecken voller komplexer, individueller Hardware, und ein fehlerhaftes Firmware-Update kann aus einem 700-Dollar-Gerät Schrott machen. Käufer von AR-Geräten oder Wearables, einschließlich Smart Glasses, sollten genau beobachten, wie Unternehmen mit Firmware-Fehlern umgehen, denn dasselbe Risiko besteht dort ebenso.
Die größere Frage
Sollten Hardware-Hersteller kostenlose Reparaturen garantieren, wenn ihre eigenen Software-Updates Schäden verursachen – unabhängig vom Garantiestatus? Framework hat mit seinen modularen Laptops genau das vorgemacht. Lenovo hat bei der Legion Go bislang nicht nachgezogen, trotz eines Forenkommentars eines Mitarbeiters, der genau das nahelegt. Je mehr Geräte, von Handhelds bis Smart Glasses, auf per Fernzugriff verteilte Firmware angewiesen sind, desto schwieriger wird die Grenze zwischen Garantieanspruch und grundlegender Herstellerpflicht zu ziehen. Wer sollte die Kosten tragen, wenn ein Update ein Gerät zerstört, ohne dass der Besitzer etwas dafür kann?
Worauf man achten sollte
Lenovo erklärt, künftige BIOS-Updates für die Legion Go weiterhin zu prüfen. The Verge hat das Unternehmen gebeten zu bestätigen, ob die Forenkommentare zu kostenlosen Reparaturen offizielle Unternehmenspolitik darstellen – eine Antwort steht noch aus. Besitzer, die auf Klarheit warten, sollten Lenovos Support-Kanäle und Foren im Blick behalten. Bonuz wird weiter verfolgen, wie Handheld- und Wearable-Hersteller mit Firmware-Risiken umgehen, während immer mehr vernetzte Hardware, einschließlich Smart Glasses, auf den Markt kommt.



