Gadgets & Hardware

HoverAir Versa umgeht FCCs Drohnenverbot geschickt

By bonuz NewsroomPublished August 20, 2026
HoverAir Versa Camera-Drone Challenges FCC Drone Ban

HoverAirs neue Versa für 750 US-Dollar wird als Taschenkamera vermarktet, nicht als Drohne – und umgeht damit das FCC-Verbot für ausländische Drohnen. Der Schachzug testet aus, wie weit sich Importregeln dehnen lassen, und betrifft jeden, der 2026 in den USA eine Flugkamera kaufen will.

Was tatsächlich passiert ist

Die FCC genehmigte die Versa am 9. August 2026, wie öffentliche Unterlagen zeigen, die The Verge einsehen konnte. Zero Zero Robotics, die Marke hinter HoverAir, brachte die 750-Dollar-Versa diese Woche auf Indiegogo heraus – als Steadycam mit optionalem 'Flight Kit' aus aufsteckbaren Propellern. Anita Facundo, globale Marketingdirektorin, sagte gegenüber The Verge: 'Das Flight Kit ist ein Zubehörteil, das die Fähigkeiten der VERSA erweitert. HOVERAir erfüllt daher für die vollständige Produktkonfiguration, die US-Kunden angeboten wird, sämtliche geltenden regulatorischen Anforderungen.' Zur FCC-Zertifizierung eingereicht wurde nur der Kamerateil, da die Propeller keinerlei Funkmodul enthalten. HoverAirs frühere Drohne Aqua war im Dezember 2025 unter derselben Regel verboten worden; das Unternehmen bot daraufhin Rückerstattungen an, sobald klar war, dass die Aqua in den USA nicht ausgeliefert werden würde. Bislang haben sich nur 12 Indiegogo-Unterstützer für die reine Kamera-Option entschieden.

Wie es dazu kam

Im Dezember 2025 verbot die US-Regierung künftigen ausländischen Drohnen die Einfuhr – Teil einer breiteren Kampagne, die mit dem National Defense Authorization Act (NDAA) 2025 begann. Das Gesetz nannte DJI und Autel Robotics namentlich als betroffene Hersteller, erfasst aber nicht automatisch jede Kamera jedes Drohnenherstellers. HoverAirs Aqua, eine schwimmende Drohne, war eines der ersten Opfer des Verbots. Die FCC lagert Zertifizierungsentscheidungen normalerweise an private Telecommunications Certification Bodies (TCBs) aus; eine davon genehmigte die Kamera der Versa mit der Begründung, HoverAir selbst stehe nicht auf der 'Covered List'. Diese Genehmigung ließ jedoch offen, ob die Kamera als 'UAS critical component' gilt – eine Kategorie, die laut FCC eine strengere Prüfung auslöst.

Warum das für dich wichtig ist

Für Käufer bleibt der rechtliche Status der Versa ungeklärt. Die FCC kann eine Zertifizierung innerhalb von 30 Tagen widerrufen, und dieses Zeitfenster ist noch nicht geschlossen. Wer jetzt bestellt, riskiert, am Ende Hardware zu besitzen, für die später eine Rückerstattung nötig wird – wie schon bei den Aqua-Unterstützern. Für Hardware-Hersteller ist der Fall ein Vorgeschmack darauf, wie weit sich Unternehmen bei Importregeln aus dem Fenster lehnen, um weiter in den USA verkaufen zu können. Hersteller von Wearables und Taschenkameras, einschließlich jener, die an AR-Brillen arbeiten, werden genau hinschauen: Jede Komponente mit Funkmodul kann einer nationalen Sicherheitsprüfung unterliegen, nicht nur Drohnen. Wer modulare Kamera- und Sensor-Hardware entwickelt, muss womöglich neu durchdenken, was als ein einziges zertifiziertes Produkt gilt – und was als separates Zubehör.

Die größere Frage

Wenn die Flughardware eines Produkts kein Funkmodul enthält, sollten Regulierer sie dann trotzdem als Drohne behandeln? Die FCC hat ihre Regeln um Funkmodule herum gebaut, denn genau das kann sie zertifizieren. HoverAirs Ansatz zeigt jedoch, wie eine Aufteilung in Komponenten die Teile, die Regulierer sehen können, von jenen trennt, die ein Gerät tatsächlich fliegen lassen. Während immer mehr Hardware – von Kameras bis Wearables – modulare Teile mit Funkchips kombiniert: Wer entscheidet, wo ein zertifiziertes Produkt endet und ein neues beginnt?

Worauf man jetzt achten sollte

Die FCC hat ab der Genehmigung vom 9. August 2026 30 Tage Zeit, die Zertifizierung der Versa zurückzunehmen – ein Fenster, das laut diesem Bericht noch offen ist. Indiegogo-Unterstützer beobachten die Lieferzeiten genau. Für bonuz-Leser, die Wearable- und AR-Hardware verfolgen, ist dieser Fall ein früher Testfall dafür, wie US-Regulierer künftig mit modularen Kamerageräten umgehen werden, die abnehmbare, funkfreie Teile besitzen.

Keep reading