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Nimbo X1: Siliziumkarbid-Linsen im Kickstarter-Test

By bonuz NewsroomPublished September 8, 2026
Nimbo X1 Kickstarter Tests Silicon Carbide AR Lenses

Ein kleiner AR-Brillenhersteller hat gerade ein Linsendesign aus Siliziumkarbid ausgeliefert – einem Material, das härter ist als Glas und Licht besser bricht. Setzen sich solche Linsen durch, könnten Augmented-Reality-Brillen endlich aussehen und sich anfühlen wie gewöhnliche Sehhilfen, statt wie ein Headset, das man sich vors Gesicht schnallt.

Was tatsächlich passiert ist

Am 28. August 2026 startete die Smart-Glasses Nimbo X1 eine Kickstarter-Kampagne rund um einen Siliziumkarbid-Waveguide (SiC), hergestellt von SEEV, wie der Bericht Silicon Carbide Waveguides Pros and Cons festhält. Meta zeigte SiC-Waveguides erstmals öffentlich auf seinem Connect-Event im September 2024, im Orion-Prototyp, mit einem Sichtfeld von 70 Grad. SiC hat einen Brechungsindex von nahezu 2,6, verglichen mit 1,7 bis 2,0 beim Glas, das in den meisten heutigen Waveguides verwendet wird – das erlaubt Designern ein breiteres Sichtfeld in einer dünneren Linse. Am 29. Oktober 2025 hielt SEEV-Mitgründer Dr. Shi Rui auf der SEMI Core-Display Conference eine Keynote zur Massenproduktion von SiC-Diffraktions-Waveguide-Chips, laut demselben Bericht.

Wie es dazu kam

Glas-Waveguides mit Diffraktionsgitter stecken bereits in AR-Brillen, die heute verkauft werden, doch sie streuen Farben ungleichmäßig – Ingenieure nennen das Regenbogen-Artefakt: Farbstreifen, die aufflackern, sobald man den Kopf neigt. Es ist derselbe Effekt, den Kirchenfenster mittags auf einen Steinboden werfen, wenn Sonnenlicht ungleichmäßig gebrochen wird. Chinesische Firmen wie SEEV, Moldnano, LLVision und Goeroptics arbeiteten Berichten zufolge schon vor Metas Demo an SiC-Waveguides, und Magic Leap sowie Coherent geben an, in den USA an SiC-Substraten und -Waveguides zu forschen, laut Silicon Carbide Waveguides Pros and Cons.

Warum das für dich wichtig ist

Billig wird das alles vorerst nicht. SiC-Wafer sind klein, schwer zu polieren und teuer in der Herstellung, weshalb eine SiC-Linse noch jahrelang teurer bleiben wird als Glas, so dieselbe Quelle. Doch die Richtung zählt für alle, die eine Brille wollen – keine Schutzbrille –, die einen Namen, ein Menü oder eine Wegbeschreibung anzeigt, ohne einen klobigen Rahmen zu brauchen. Noch mehr zählt sie für alle, die die Software dafür bauen: Eine sichtbare Ebene, die dich an einem Ort erkennt, an den du immer wieder zurückkehrst, wird erst dann nützlich, wenn die Brille bequem genug ist, um sie den ganzen Tag zu tragen. Genau deshalb baut bonuz die Human Layer – bei der ein Ort erkennen kann, dass du tatsächlich dort aufgetaucht bist.

Die größere Frage

Setzen sich solche Linsen durch, könnte eine Brille innerhalb eines Jahrzehnts in ganz normalen Fassungen verschwinden. Das wirft eine größere Frage auf als Preis oder Sichtfeld: Sobald ein Bildschirm dauerhaft vor deinen Augen sitzt – willst du, dass die Welt dich bei jedem Betreten eines Ladens beim Namen begrüßt, oder möchtest du manchmal lieber ein Fremder bleiben? Komfort und Wiedererkennung könnten sich als derselbe Tausch entpuppen, nur diesmal im Gesicht getragen statt in der Tasche.

Worauf man achten sollte

Karl Guttag, der Analyst hinter diesem Bericht, leitet eine Masterclass und ein Panel zur Waveguide-Technologie auf der MicroLED and AR/VR Connect in Eindhoven, vom 15. bis 17. September 2026. Die Kickstarter-Kampagne der Nimbo X1 bleibt nach ihrem Start am 28. August 2026 weiterhin offen für Unterstützer. Ob SiC-Waveguides den Sprung zu erschwinglichen, komfortablen Brillen schaffen, hängt von Fortschritten in der Fertigung ab, über die auf Events wie diesem in den kommenden zwei Jahren berichtet werden dürfte.

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