Hacker kapern zwölf DeFi-Websites via Name.com-Lücke

By bonuz NewsroomPublished November 1, 2026
Hackers Hijack 12 DeFi Sites in Name.com Domain Breach

Hacker haben zwölf DeFi-Websites gekapert, die allesamt über Name.com registriert waren, und dabei rund 138.000 US-Dollar erbeutet. Wer in diesem Zeitfenster einen vertrauten DeFi-Link anklickte, konnte unwissentlich auf einer gefälschten, von Angreifern kontrollierten Seite landen.

Was tatsächlich passiert ist

Alle zwölf betroffenen Domains laufen über denselben Registrar, Name.com. Das geht aus Registry-Daten hervor, die The Block ausgewertet hat. Laut dem Bericht deutet dieses Muster auf eine Kompromittierung auf Registrar-Ebene hin – und nicht auf zwölf voneinander unabhängige Einzelangriffe. Der Gesamtschaden über alle betroffenen Seiten hinweg wird auf etwa 138.000 US-Dollar geschätzt. Der am 31. Oktober 2026 veröffentlichte Bericht nennt nicht alle zwölf betroffenen Projekte namentlich und beschreibt auch nicht im Detail, wie die Domains nach der Übernahme genau für den Diebstahl genutzt wurden.

Wie es dazu kam

Frontends im DeFi-Bereich gelten seit Langem als Schwachstelle. Smart Contracts lassen sich auditieren, doch die Website, über die Nutzer ihre Wallet verbinden, hängt von der Sicherheit des Domainnamens ab – und die liegt vollständig außerhalb der Blockchain. Wer Zugriff auf ein Registrar-Konto hat, kann die DNS-Einträge einer Domain auf eine täuschend echte Fake-Seite umleiten, ohne auch nur eine Zeile Code des eigentlichen Projekts anzurühren. Da ein einziger Registrar gleich zwölf verschiedene DeFi-Projekte bediente, wurde aus einem einzelnen Single Point of Failure ein Vorfall mit Auswirkungen auf viele Projekte gleichzeitig.

Warum das für dich wichtig ist

Für Nutzer ist der Vorfall eine Erinnerung daran, die Adresse einer Website zu prüfen und Wallet-Verbindungsanfragen genau zu kontrollieren, bevor man etwas signiert – selbst bei einem Lesezeichen oder einem vermeintlich bekannten Link. Für DeFi-Teams wirft der Fall Fragen zur Sicherheit von Registrar-Konten auf, etwa zu Zwei-Faktor-Authentifizierung und Domain-Locking-Funktionen. Für Entwickler allgemein stärkt der Vorfall das Argument für Verifizierung auf Hardware- und Geräteebene – ein Bereich, in dem Wearables und Smart-Glasses-Interfaces künftig eine zusätzliche Prüfebene außerhalb eines kompromittierten Browser-Tabs bieten könnten.

Die größere Frage

Wenn Angreifer vertrauenswürdige DeFi-Domains über einen einzigen gemeinsamen Registrar umleiten können, wie viel von der Sicherheit in Krypto hängt dann eigentlich noch von Infrastruktur ab, die komplett außerhalb jeder Blockchain liegt?

Worauf man jetzt achten sollte

Name.com hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert, zumindest nicht im aktuellen Bericht. Im Blick behalten sollte man, welche zwölf Projekte konkret betroffen waren, ob Name.com offenlegt, wie es zu der Kompromittierung kam, und ob von den gestohlenen 138.000 US-Dollar etwas zurückgeholt oder eingefroren werden kann.

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