Die Krypto-Börse MNX hat Futures-Kontrakte eingeführt, mit denen Trader auf die privaten Bewertungen von OpenAI, Anthropic und DeepSeek spekulieren können. Damit erhalten Privatanleger eine neue Möglichkeit, auf den Wert von KI-Unternehmen zu wetten, noch bevor diese an die Börse gehen – ein Markt, der bislang von den etablierten Börsen OKX und BitGet dominiert wurde.
Was tatsächlich passiert ist
Laut CoinDesk bietet die neue Krypto-Börse MNX Futures-Kontrakte an, die an die privaten Bewertungen von OpenAI, Anthropic und DeepSeek gekoppelt sind. Der Bericht beschreibt dies als „eine andere Art, auf die künftigen Bewertungen privater KI-Unternehmen zu handeln“. Damit positioniert sich MNX direkt gegen die etablierten Konkurrenten OKX und BitGet, die bereits ähnliche Pre-IPO-Futures-Produkte zu denselben Unternehmen im Angebot haben. Der Bericht nennt weder ein Startdatum noch Handelsvolumen, Kontraktspezifikationen, Gebührenstruktur oder die Methodik, nach der MNX seine Referenzbewertungen berechnet. Ebenso wenig wird genannt, welche Regulierungsbehörden diese Kontrakte beaufsichtigen oder ob MNX über entsprechende Lizenzen verfügt.
Wie es dazu kam
Pre-IPO-Futures auf private KI-Unternehmen sind eine wachsende Nische im Krypto-Derivatehandel. OKX und BitGet listen bereits Kontrakte auf dieselben Unternehmen und ermöglichen es Tradern, Positionen einzugehen, ohne tatsächlich Anteile an OpenAI, Anthropic oder DeepSeek zu halten. Diese Produkte sind entstanden, weil das Interesse von Privatanlegern am Wachstum von KI-Unternehmen schneller gewachsen ist als der öffentliche Zugang zu privaten Finanzierungsrunden, die normalerweise Venture-Capital-Firmen und akkreditierten Investoren vorbehalten bleiben. Mit dem Einstieg von MNX kommt eine dritte große Plattform in diese Nische hinzu, was den Wettbewerb unter Krypto-Börsen um die Positionierung bei KI-Bewertungsspekulationen vor einem möglichen Börsengang weiter verschärft.
Warum das für dich wichtig ist
Für Trader eröffnet der Start von MNX eine weitere Plattform, um auf KI-Bewertungen zu spekulieren, ohne den Status eines akkreditierten Investors zu benötigen, der für private Finanzierungsrunden erforderlich ist. Für OKX und BitGet könnte ein neuer Wettbewerber Druck auf die Handelsgebühren ausüben oder beide Plattformen zu neuen Produktfunktionen drängen. Für OpenAI, Anthropic und DeepSeek existieren diese Derivatemärkte vollständig außerhalb ihrer Kontrolle, da keines der drei Unternehmen berichtet hat, eine Börse für diese Produkte autorisiert oder mit ihr zusammengearbeitet zu haben. Entwickler, die KI-gestützte Hardware wie AR- und Smart-Glasses-Hersteller im Blick haben, sollten beachten, dass Bewertungsspekulationen zunehmend Jahre vor einem möglichen Börsengang handelbar werden – eine Dynamik, die sich als Nächstes auch auf Hardware-Startups ausweiten könnte.
Die größere Frage
Wenn private Unternehmen nie zugestimmt haben, dass Futures-Märkte auf Basis ihrer Bewertungen entstehen, wer trägt dann die Verantwortung, wenn die Preise deutlich von der Realität abweichen: die Börse, die Trader oder niemand? Je mehr Krypto-Plattformen synthetische Märkte für nicht börsennotierte Unternehmen schaffen, desto schwerer lässt sich die Grenze zwischen legitimer Preisfindung und unregulierter Spekulation ziehen. Diese Frage wird vermutlich länger Bestand haben als jede einzelne Börse, ob MNX, OKX oder BitGet.
Worauf man achten sollte
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen keine bestätigten Termine für den vollständigen Produktstart von MNX, keine Handelsvolumen und keine regulatorischen Einreichungen vor. Zu beobachten bleibt, ob OKX oder BitGet reagieren und ob OpenAI, Anthropic oder DeepSeek sich zu dem nicht autorisierten Handel mit ihren Bewertungen äußern. Bonuz wird weiterhin verfolgen, wie sich Pre-IPO-Futures-Märkte mit der Entwicklung von KI-Hardware, einschließlich AR- und Smart-Glasses-Projekten, überschneiden.



