Starknet-Holder haben mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, eine mögliche Zukunft jenseits von Ethereum zu untersuchen: den Wechsel von einer Layer 2 zu einer eigenständigen, auf Post-Quanten-Sicherheit ausgelegten Layer-1-Blockchain. Der Schritt könnte grundlegend verändern, wie eines der größten Scaling-Netzwerke Ethereums sich künftig gegen Risiken durch Quantencomputer absichert.
Was genau passiert ist
Die STRK-Holder von Starknet haben einen Forschungsvorschlag mit über 93,5 % der Stimmen angenommen, wie Wu Blockchain berichtet. Die Abstimmung befasst sich mit der möglichen Migration von Starknet weg von einer Ethereum-Layer-2 hin zu einer eigenständigen Post-Quanten-Layer-1. StarkWare, das Unternehmen hinter Starknet, plant, im November 2026 ein Entwurfs-Whitepaper zu diesem geplanten Übergang zu veröffentlichen. Die Abstimmung billigt dabei ausschließlich die Forschung – sie stellt keine formale Zustimmung zu einem konkreten Migrationsplan dar. Bevor Starknet Ethereum tatsächlich verlassen und als unabhängige Chain operieren könnte, sind weitere Governance-Abstimmungen der STRK-Holder nötig. Technische Details zur geplanten Post-Quanten-Kryptografie wurden bislang nicht veröffentlicht, und ein Zeitplan für eine endgültige Entscheidung steht noch nicht fest.
Wie es dazu kam
Starknet funktioniert als Zero-Knowledge-Rollup und wickelt Transaktionsnachweise zur Sicherheit und Datenverfügbarkeit über Ethereum ab. Diese Struktur koppelt Gebühren und Performance von Starknet teilweise an die Netzwerkbedingungen von Ethereum selbst. Zugleich wachsen in der gesamten Krypto-Branche die Sorgen rund um Quantencomputing, da ausreichend leistungsfähige Quantencomputer irgendwann die kryptografischen Signaturen brechen könnten, auf denen die meisten heutigen Blockchains basieren. StarkWare hat bereits signalisiert, die langfristige kryptografische Widerstandsfähigkeit von Starknet stärken zu wollen. Das Ergebnis von 93,5 % zeigt laut Wu Blockchain eine starke Unterstützung der Community dafür, Alternativen zu prüfen – auch wenn die Abstimmung Starknet zu nichts weiter als Forschung verpflichtet.
Warum das für dich relevant ist
Für STRK-Holder signalisiert die Abstimmung einen möglichen langfristigen Wandel darin, wie das Netzwerk Werte absichert und sich selbst verwaltet – losgelöst von Ethereum. Für Entwickler, die auf Starknet bauen, könnte ein künftiger Wechsel zur Layer 1 Gebührenstrukturen, Settlement-Garantien und bestehende Tools verändern. Für Nutzer könnte quantenresistente Sicherheit langfristig stärkeren Schutz bedeuten, allerdings bringt jede Migration Ausführungsrisiken und jahrelange Entwicklungsarbeit mit sich. Kurzfristig ändert sich nichts. Das für November 2026 angekündigte Entwurfs-Whitepaper von StarkWare wird das erste echte Signal dafür sein, wie ein Übergang tatsächlich aussehen könnte.
Die größere Frage
Wenn Starknet Ethereum verlässt, um eine eigenständige Layer 1 zu werden, profitiert das Netzwerk dann noch von Ethereums Sicherheit und Liquidität? Layer-2-Netzwerke existieren eigentlich, um die Vertrauensgarantien einer Basis-Chain zu erben. Sich von diesem Modell zu verabschieden, wirft eine größere Frage für das gesamte Rollup-Ökosystem auf: Lässt sich quantenresistente Sicherheit aufbauen, ohne die geteilte Sicherheit zu verlieren, die Layer-2-Netzwerke überhaupt erst wertvoll gemacht hat?
Worauf man jetzt achten sollte
StarkWare plant, im November 2026 ein Entwurfs-Whitepaper zum geplanten Übergang zu veröffentlichen. Jede tatsächliche Migration wird zusätzliche Governance-Abstimmungen der STRK-Holder erfordern. Wer Starknet und die breitere Layer-2-Landschaft im Blick behält, sollte zunächst auf die technischen Details des Whitepapers achten. Bonuz wird weiter verfolgen, wie sich das auf Wallets und Apps auswirkt, die auf der Starknet-Infrastruktur aufbauen.



