Werewolfs VFLEX-Dongle verwandelt alte Hohlstecker-Geräte in USB-C-Verbraucher und lässt eine einzige USB-Batterie sowohl einen Desktop-Monitor als auch ein Super Famicom und andere Retro-Geräte mit Strom versorgen. Wer noch tote Original-Netzteile für alte Hardware jongliert, bekommt damit für 8 US-Dollar eine Lösung, die über Dutzende Geräte hinweg funktioniert.
Was ist passiert
Sean Hollister von The Verge hat den VFLEX-Dongle von Werewolf getestet, in einem Artikel vom 7. August 2026. Der Dongle kostet 8 US-Dollar, die passenden Hohlstecker-Spitzen jeweils 4 US-Dollar zusätzlich. Er wird in USB-C-Ladegeräte oder Powerbanks gesteckt und handelt die Spannung direkt aus – unterstützt werden die gängigen USB Power Delivery-Stufen 5V, 9V, 15V, 20V, 28V, 36V und bis zu 48V bei einem 240-Watt-Ladegerät. Laut Hollisters Artikel "Werewolf transformed my old gadgets into USB-C powered ones" liefen sein Super Famicom, ein 24-Watt-Monitor und ein HDMI-Adapter mit unter 1 Watt allesamt über VFLEX-Adapter an einer einzigen Shargeek 300-Batterie. Kevin Spangler von Werewolf räumte ein, dass VFLEX "beim durchschnittlichen Verbraucher wohl nicht ankommt", da die Einrichtung gewisse Eigenheiten mit sich bringt. Firmengründer Luke Beno kündigte an, dass eine Version des Dongles mit umgekehrter Polarität geplant sei.
Wie es dazu kam
USB-C hat sich bei Smartphones, Laptops und Tablets nach und nach als Standard durchgesetzt, doch jahrzehntealte Geräte setzen weiterhin auf Hohlstecker und eigene Netzteile. Geräte wie Nintendos Super Famicom aus dem Jahr 1990 oder ältere externe Festplatten wurden nie für USB Power Delivery entwickelt. Werewolfs Ansatz verzichtet komplett auf Spannungswandlung: Der VFLEX fordert vom kompatiblen USB-C-Ladegerät genau die Spannung an, die das jeweilige Gerät benötigt – derselbe Aushandlungsprozess, den auch moderne Laptops nutzen. Nutzer programmieren den Dongle über eine begleitende App oder eine öffentliche API und speichern dabei Profile für Ladegerät und Zielgerät zur Wiederverwendung. So wird jede ausreichend starke USB-C-Powerbank zu einem universellen Adapter für alte Hardware.
Warum das für dich wichtig ist
Für Besitzer von Retro-Konsolen, alten Kameras oder Industriegeräten mit Hohlstecker bietet VFLEX eine Möglichkeit, tote Original-Netzteile loszuwerden, ohne das Gerät selbst zu verändern. Entwickler von Zubehör für alte Hardware erhalten damit eine Referenz für ausgehandelte Stromversorgung statt fest verdrahteter Spannungswandlung. Werewolf arbeitet bereits an eigenen Adapterkabeln für Retro-Konsolen, CPAP-Geräte und M12-Industriesteckverbinder und erweitert damit die Einsatzgebiete über Bastler hinaus. Allerdings funktioniert nicht jedes USB-C-Ladegerät: Nur Ladegeräte mit Unterstützung für programmierbare Netzteilspannungen unterhalb der Standardstufen oder Extended-Power-Range-Ladegeräte über 100 Watt schalten den vollen Spannungsbereich des Dongles frei. Käufer sollten also vorher die Spezifikationen ihres Ladegeräts prüfen.
Die größere Frage
Wenn ein kleiner Dongle jahrzehntealte Stromstandards in moderne USB-C-Protokolle übersetzen kann, wie viele andere veraltete Schnittstellen – von analogem Video bis zu Industriesteckern – ließen sich auf dieselbe Weise überbrücken? Die universelle Stromaushandlung wirft eine grundsätzlichere Frage zur Langlebigkeit von Hardware auf: Sollten künftige Geräte von Anfang an auf softwaredefinierte, ausgehandelte Stromversorgung setzen, statt feste Spannungen in einem Wandnetzteil festzuschreiben? Die Antwort könnte beeinflussen, wie Hersteller Ladelösungen für Geräte gestalten, die Jahrzehnte statt nur einen Produktzyklus überleben sollen.
Was als Nächstes kommt
Werewolf-Gründer Luke Beno kündigt eine Version des VFLEX-Dongles mit umgekehrter Polarität an, die separate orange markierte Stecker überflüssig macht. Das Unternehmen arbeitet zudem an Adapterkabeln für Retro-Gaming-Konsolen, CPAP-Geräte und M12-Industriesteckverbinder. Kevin Spangler, früher bei Werewolf tätig, sagte, die Firma könnte langfristig eigene Netzteile bauen, um zusätzliche Spannungen zu erschließen. Feste Veröffentlichungstermine für diese Produkte wurden bislang nicht genannt.



