Coinbase, der größte Partner von USDC, unterstützt zugleich ein konkurrierendes Stablecoin-Netzwerk namens Open USD. Open USD gibt Reserveerträge an seine Partner weiter, nachdem es eine Verwaltungsgebühr einbehalten hat. Der Schritt zeigt, wie sehr Stablecoin-Emittenten um die Treue ihrer Vertriebspartner kämpfen müssen, wenn Rivalen höhere Auszahlungen bieten.
Was tatsächlich geschah
Laut CoinDesk ist Coinbase der wichtigste Partner von Circle für USDC. Gleichzeitig unterstützt Coinbase Open USD, ein eigenständiges Stablecoin-Netzwerk. Open USD reicht Reserveerträge an seine Partner weiter, abzüglich einer Verwaltungsgebühr, wie CoinDesk am 17. Oktober 2026 berichtete. Circle verteidigt demnach seine USDC-Ökonomie, während rivalisierende Netzwerke um seine Partner werben und ihnen einen größeren Anteil an den Reserveerträgen versprechen. Der Bericht nennt weder die genaue Höhe der Gewinnbeteiligung von Open USD noch Circles aktuellen Verteilungsschlüssel mit Coinbase noch konkrete Dollarbeträge für eine der beiden Vereinbarungen.
Wie es dazu kam
Stablecoin-Emittenten legen ihre Reserven in der Regel in risikoarmen Anlagen wie kurzlaufenden Staatsanleihen an und erwirtschaften damit Zinserträge. Häufig geben Emittenten einen Teil dieser Erträge an Börsen und Wallets weiter, die ihren Stablecoin verbreiten, um die Nutzung zu fördern. Das Vertriebsnetzwerk von USDC, aufgebaut mit Partnern wie Coinbase, trug maßgeblich dazu bei, dass es zu einem der meistgenutzten Dollar-Stablecoins wurde. Neue Anbieter stellen dieses Modell nun infrage, indem sie Partnern einen größeren Anteil der Reserveerträge anbieten – und setzen damit etablierte Akteure wie Circle laut CoinDesk unter Zugzwang, zu reagieren.
Warum das für dich wichtig ist
Für USDC-Halter bleibt das Produkt vorerst unverändert, doch die Ökonomie dahinter könnte sich verschieben. Erhöht Circle den Anteil, den es an Partner auszahlt, könnte das die eigenen Margen schmälern oder Bedingungen an anderer Stelle verändern. Für Entwickler, die Stablecoins integrieren, bedeutet mehr Wettbewerb mehr Verhandlungsmacht und potenziell bessere Konditionen bei mehreren Emittenten. Für Börsen und Wallets, die wie offenbar Coinbase mehrere Netzwerke gleichzeitig unterstützen, verteilt sich das Risiko – und die Erträge lassen sich maximieren, unabhängig davon, welcher Stablecoin sich langfristig durchsetzt.
Die größere Frage
Reserveerträge haben aggressive Partnerauszahlungen und Marktwachstum finanziert. Wenn Vertriebspartner wie Coinbase gleich mehrere konkurrierende Netzwerke zugleich unterstützen, kann dann überhaupt ein einzelner Emittent dauerhafte Preismacht behalten? Oder führt dieser Wettbewerb letztlich dazu, dass die Margen bei den Reserveerträgen branchenweit schrumpfen – und verändert damit, wie Stablecoins für alle, die sie halten, Erträge erwirtschaften?
Worauf du achten solltest
Achte auf Circles offizielle Reaktion auf den im Bericht vom 17. Oktober 2026 beschriebenen Wettbewerbsdruck. Beobachte außerdem, ob Coinbase oder Open USD konkrete Angaben zur Gewinnbeteiligung veröffentlichen. Jede Zahl, die Circle, Coinbase oder Open USD zu den Reserveerträgen nennt, würde Klarheit darüber schaffen, wie dieser Vertriebswettbewerb letztlich ausgeht.



